Meditation und Achtsamkeit

Meditation und Achtsamkeit beschäftigen mich nun schon eine ganze Weile. Es fing alles beim Yoga vor drei Jahren an. Hier lernte ich zum ersten Mal im “hier und jetzt” zu sein. Gedanken kommen und gehen zu lassen. Einfach nur zu sein.

Gar nicht so einfach! Am Anfang dachte ich während der Asanas über alles Mögliche nach: Einkaufslisten, dreckiges Geschirr, Wäsche, Erledigungen, usw. Das hat den Nachteil, dass man die Übungen nicht wirklich genießen kann, Anstrengung kann ja auch schön sein. Außerdem kann man wenn man nicht “hier” ist auch nicht an seine körperlichen Grenzen gehen. Erst nach und nach lernte ich Gedanken “einfach” mal ziehen zu lassen und präsent zu sein.

Aber was ist eigentlich Achtsamkeit und was macht sie für mich so wichtig? Am besten kann ich das am Beispiel von Meditation erklären. Meditation finde ich schon länger spannend, anfangs auch nur weil ich über interessante Menschen erfuhr, dass sie meditieren – Steve Jobs meditiere täglich und Arnold Schwarzenegger sagte, dass ein Jahr der transzendalen Meditation sein Leben komplett verändert habe.

Nach vielen Anläufen meditiere ich seit Anfang August 2014 fast jeden morgen direkt nach dem Aufstehen, 11 Minuten lang. Die 11 Minuten habe ich dabei so gewählt, dass es nicht zu kurz aber auch nicht zu lang ist. Ich kann sie in jeden Morgen problemlos einbauen und habe so keine Ausrede mehr nicht zu meditieren. Dafür stehe ich jeden Morgen gerne ein wenig früher auf, denn ein Morgen ohne Meditation kommt für mich nicht mehr in Frage. Dafür sind die positiven Effekte einfach zu groß.

In den letzten sechs Monaten hat sich mein Leben dadurch wirklich sehr verändert. Was genau hat sich verändert?

  • Ich kann mehr Abstand zu meinen Gedanken und Gefühlen aufbauen. Ich habe gelernt, dass ich nicht meine Gedanken und Gefühle bin und ich deshalb auch nicht auf jeden Gedanken und jedes Gefühl reagieren muss. Nur wenn ich wirklich möchte.
  • Genau das hat mir viel emotionale Freiheit gegeben. Ich fühle mich nicht mehr so machtlos. Ich habe Macht über meine Gefühle und Gedanken.
  • Ich habe gelernt wie wichtig Akzeptanz ist. Nichts was passiert ist “gut” oder “schlecht”. Wenn ich von diesen Wertungen loslasse und akzeptiere was gerade passiert, kann ich fast jeder Situation etwas Positives abgewinnen.
  • Dadurch urteile ich weniger über Situation und Menschen, leider aber ab und zu immer noch.
  • Ich habe viel Vertrauen in mich und meine Fähigkeiten bekommen. Ich weiß, dass ich alles das was ich wirklich möchte auch erreichen kann. Daran besteht für mich kein Zweifel mehr.
  • Generell bin ich viel entspannter geworden. Nicht nur während der Meditation, sondern im Alltag. Ich habe das Gefühl, dass ich den Zustand der Entspannung aus meiner Morgen-Meditation mit in jeden Tag nehme.
  • Wenn ich entspannter bin habe einen höheren Fokus und mehr Energie bei allem was ich mache.

Wie meditiere ich?

Meditation ist für mich still zu sitzen und achtsam meinen Atem zu beobachten. Dabei versuche ich jeden Atemzug von Anfang bis Ende zu verfolgen. Es beginnt mit der Luft die durch meine Nasenspitze in die Luftröhre hinunter gezogen wird und ganz sanft die Lunge füllt. Dabei wird das Zwerchfell nach vorne gedrückt. Nach einer kurzen Pause leitet das Zwerchfell die Ausatmung ein, die Luft wandert wieder die Luftröhre nach oben. Durch den Hals, bis sie schlussendlich meinen Körper durch die Nase wieder verlässt.

Achtsamkeit ist der Versuch hierbei wirklich präsent zu sein. Nichts anderes zu machen als auf die Atmung zu achten. Achtsamkeit ist komplette Präsenz im “hier und jetzt”.

Es bedeute komplett im Moment aufzugehen. Die Gedanken an Zukunft und Vergangenheit vorbeizischen zu lassen. Als wenn du auf einer grünen Wiese liegst und die kleinen, weißen Wölkchen am blauen Himmel beim Vorbeiziehen beobachtest. Du kannst ihre Schönheit und Einzigartigkeit einen kurzen Moment lang bewundern, aber dann musst du loslassen.

Wirklich wichtig ist nicht ob du Gedanken hast oder nicht. Wichtig ist nur, dass du lernst deine Gedanken loszulassen. Deswegen sehe ich jeden aufkommenden Gedanken bei der Meditation als Chance das Loslassen zu üben. Vielleicht ist das Loslassen an bestehendem sogar die wichtigste Lektion im Leben. Wir werden nicht für immer hier sein, irgendwann müssen wir alle loslassen.

Achtsamkeit kannst du in jeder Stunde, Minute und Sekunde deines Lebens leben. Jeder Moment in dem du achtsam bist ist voller Zauber – zwangsläufig ein erhabener, schöner Moment weil du komplett präsent bist.

 

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6 thoughts on “Meditation und Achtsamkeit

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  4. Hey Daniel!
    Tolle Seite! Mich würde interessieren wie du es “gelernt” hast zu meditieren. Durch Bücher, Kurse etc ? Was würdest du empfehlen?
    Greets Ben

  5. Hi Daniel,

    schöne Beiträge. Habe deinen Blog abonniert und auch zum Thema Meditieren werde ich mich informieren.

    Weiter so!

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